Hans Märki



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Katheterablation im Herz

Ich werde zu einer Untersuchung in's Universitätsspital aufgefordert: 28. 5. 2013, 11:00 beim Haupteingang (bitte nüchtern).

Kaum in der Kardiologie angekommen, werde ich ausgefragt: "Patientenverfügung? Allergien? Schwindel? etc. etc" und gleichzeitig werde ich mit NaCl versorgt.

Mein Zimmernachbar, ein Holländer, fotographiert mich.

Bald gehts weiter zum Ultraschall: Via Speiseröhre wird das Herz untersucht. Dank Vollnarkose habe ich davon nichts mitbekommen.

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Am nächsten Tag werde ich in den Operationssaal gebracht, wo die Katheterablation stattfindet.

Für Interessierte ein paar Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ablation_(Medizin)

http://www.youtube.com/watch?v=qn7mLzR2Qf8

Vorne auf dem Bild sieht man meine Füsse unter der sterilen grünen und blauen Operationsdecke. Dahinter Monitore:

  • Beide Monitore links zeigen mein Herz durch das Röntengerät gerade über meiner Brust. Dieses Röntgengerät sieht man auf einem der nachfolgenden Bilder mit der Krankenschwester.
  • Auf dem Monitor in der Mitte das Modell meines Herzens.
  • Die Monitore rechts zeigen die Ableitungen (EKG) der schätzungsweise 30 Ableitungen (Messpunkte) an meiner Brust und meinem Rücken und etwa 15 Ableitungen an den Sonden im Herz.

Zwischen meinen Füssen sind zudem die Kühlleitungen sichtbar: Während der Ablation (Zerstörung von Nevenzellen im Herz via Hochfrequenz) wird damit die durch Hitze verwundete Stelle sowie die Sonde gekühlt.

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Die Operation ist etwa so verlaufen:

1/2 Stunde wurde ich verkabelt, die Kühlleitungen mit Flüssigkeit gefüllt.

3/4 Stunde: Betäubung der rechten Leiste. Einführen von drei Sonden durch drei Einstiche in der Leiste. Sonden positionieren und Durchstich zum anderen Vorhof.

2 1/2 Stunden: Ausmessen des Vorhofs und Abladieren. Jeweils beim Abladieren ist ein hoher Ton hörbar. Nach etwa 10 Sekunden verspürte ich einen Schmerz im Herzen. Bei zu starken Schmerzen wurde jeweils auf meinen Wunsch Schmerzmittel in's Blut gegeben.

1/4 Stunde: Entfernen der Sonden und der Apparaturen.

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Das gelbe Herz unten wurde vor einer Woche bei einem MRI aufgezeichnet und dient als Referenz.

Das obere blaue Herz wurde während der Operation ausgemessen. Die roten Flecken am blauen Herz sind die abladierten Stellen.

Das Gesicht am oberen Rand zeigt die Orientierung im Körper.

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Ich kann mich an sechs Personen erinnern, die an der Operation beteiligt waren: Zwei Krankenschwestern, welche mich vorbereiteten und den beiden Operateuren zugedient haben. Sie haben mir während der Operation Schmerzmittel gegeben und die Monitore so gedreht, dass auch ich einen guten Einblick hatte.

Hinter einer Glaswand (vermutlich Blei gegen die radioaktive Strahlung) sassen zwei Ärzte hinter vielen Monitoren. Sie haben oft mit den Operateuren das weitere Vorgehen besprochen.

Die beiden Operateure haben während Stunden die Sonden an meinen Leisten hinein- und hinausgeschoben und sie gedreht. Zwischen mir, respektive dem Röntengerät haben sie zum Arbeiten Bleiglaswände aufgestellt. Das Personal, das während der Operation den Raum betrat, trug Bleischürzen bis und mit Hals.

Während der Operation wurde mir folgendes verabreicht: Kontrastmittel durch die Nase in den Magen, 2 1/2 Liter NaCl, Schmerzmittel intravenös, Schmerzmittel für die drei Einstiche in der Leiste, Kühlflüssigkeit via Sonde direkt in's Herz, Sauerstoff in die Nase.

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In unserem Zimmer waren wir eine amüsante Zusammensetzung: Ein Holländer, ein Italiener, ein Portugiese, ein Inder, und ich mit einem weiteren Schweizer.

Ein Patient hat mich fürchterlich geärgert: Er hat der Frau, die ihm das Essen an's Bett brachte, seine Krankheitsgeschichte erklärt und insistiert, dass er sofort untersucht werden müsse. Der Stationsärztin wollte er dann nicht Auskunft geben auf ihre Standardfragen "Allergien? Schwindel?.." sondern hat aufdringlich alle Fehlbehandlungen erklärt, die ihm bisher angetan worden sind. Das Personal blieb aber immer vorbildlich ruhig und professionell - mein grosses Kompliment.

Ich ging wegen diesem uneinsichtigen Patienten fast die Wände hoch. So bin ich mit meinem Notebook aus dem Zimmer geflüchtet - siehe Bild:-)

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Diagnose gemäss Bericht der Ärzte:
  • Sick-Sinus-Syndrom mit paroxysmalem tachykardem Vorhofflimmern (erfolgreiche Pulmonalvenenisolation)
  • Vasovagale Synkope postinterventionell

Und so habe ich das Operationsresultat verstanden:

Die Herzrhythmusstörungen sind mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% behoben. Das Herz braucht 3 Monate um zu verheilen. Erst wenn sich Narben gebildet haben, wird der Erfolg der Operation spürbar/messbar sein.

Während drei Monaten muss ich Blutverdünner nehmen, um einen Hirnschlag oder ähnliches zu verhindern.

Bei der Operation wurde jedoch festgestellt, dass der Sinusknoten unregelmässige Signale - zu langsame - abgibt. Eventuell müsste dies langfristig mit einem Herzschrittmacher korrigiert werden. Das finde ich gar nicht cool.

Zur Zeit schläg das Herz recht unregelmässig (und ich bin froh, dass es überhaupt noch schlägt). Die Unregelmässigkeit ist aber anders als vor der Operation - schwer zu beschreiben wie. Vom gesamten Herz geht ein dumpfer Schmerz aus und ich traue mich noch nicht, es zu belasten - was vielleicht besser ist so...

Ich bin beeindruckt von der modernen Medizin, von der Professionalität und Freundlichkeit im Unispital und von meinem Körper der das alles so easy über sich ergehen lässt.

Beachte: Herzgesundes Menü Grossformat
Vor ein paar Wochen habe ich meinen kleinen Freund Neron im Triemlispital besucht. Er wurde damals am rechten Fuss operiert. Auf diesem Bild ist er noch belämmert vom Betäubungsmittel. Grossformat
Heute hat er mich im Spital besucht. Von der Stationsschwester hat er eine grosse Spritze bekommen, welche wir dann bei einem Brunnen bei der ETH ausprobierten. Grossformat